Du möchtest mehr erfahren?

Schreib uns einfach eine  E-Mail.

Landleben

min

Veröffentlicht März 2026

Die kanarische Banane

Falls du nicht aus Spanien kommst oder noch nie auf den Kanarischen Inseln warst, ist es eher unwahrscheinlich, dass du unsere geliebte kanarische Banane kennst. Neben den großen Bananenproduzenten der Welt (Indien, Ecuador, Brasilien und China) gibt es kleine Agrargebiete in der Europäischen Union, in denen diese Frucht zu finden ist. Die auf den Kanarischen Inseln produzierte Banane hat einen ganz eigenen Charakter, ist gelb mit schwarzen Punkten und rühmt sich der Tatsache, dass sie nur wenige Reisetage vom europäischen Festland entfernt ist. 

Die Kanarischen Inseln haben die optimalen klimatischen Bedingungen für den Bananenanbau und sind vom europäischen Festland nicht allzu weit entfernt. Diese Nähe hat direkte Auswirkungen auf zwei Aspekte: 

  1. Die Reduzierung der Emissionen bei der Vermarktung, da die Banane von dem Archipel nur vier Tage unterwegs ist, während die Banane aus Lateinamerika 18 Tage reist. 
  2. Die Landwirte müssen die Früchte nicht übereilt ernten und können sie länger an der Pflanze lassen, bis sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben, was sich unmittelbar auf ihren Geschmack und ihr Aroma auswirkt. 

Außerdem entsprechen die gesetzlichen Anforderungen für den dortigen Bananenanbau den europäischen Regulierungen. 

Wenn wir bei CrowdFarming von Qualität sprechen, beschränken wir uns nicht nur auf den Geschmack. Unser Qualitätskonzept beinhaltet die Suche nach den besten Produkten aus organoleptischer Sicht, aber es ist auch eine wesentliche Voraussetzung, dass es sich um ein Produkt handelt, das die Umwelt respektiert und fair mit jedem der an seiner Herstellung beteiligten Menschen umgeht. Die Kanarischen Inseln sind daher der ideale Ort, um unsere Landwirte zu finden.

Bauernverband

Die Kanarischen Inseln sind die Region mit den meisten Kleinbauerbetrieben in Spanien. Darunter versteht man  landwirtschaftliche Betriebe, die aufgrund ihrer Größe Schwierigkeiten haben, kommerziell zu arbeiten. Derzeit gibt es auf den Kanarischen Inseln 11.385 landwirtschaftliche Betriebe mit einer durchschnittlichen Größe von 4,81 Hektar. Ein Kleinbetrieb ist per Definition so klein, dass der Landwirt nicht in der Lage ist, eine ausreichende Produktion zu erzielen, die vermarktet werden kann, oder ein ausreichendes monetäres Einkommen zu erzielen. 

In diesem Zusammenhang haben sich auf den Kanarischen Inseln Bauernverbände oder Genossenschaften gebildet, um eine ausreichende Produktionsmenge für die Vermarktung zu erreichen. Diese Gruppen von Landwirten sind für die Ernte, die Verpackung und den Transport der Bananen bis zum Festland zuständig, um sie zu vermarkten. 

Eine klimakterische Frucht, die von alleine reift

Die Banane von den Kanarischen Inseln muss etwa vier Tage reisen, um einen der Häfen auf der Iberischen Halbinsel zu erreichen. Sie wird geerntet, wenn sie die physiologische Reife erreicht hat, d. h. wenn sie an der Pflanze voll entwickelt ist und ihre maximale Größe erreicht hat.  

Eine physiologisch reife Banane ist grün, sehr grün, und hat weder einen guten Geschmack noch ein gutes Aroma, aber glücklicherweise ist diese Frucht klimakterisch und reift nach der Ernte natürlich  nach bis sie essreif ist. Es gibt zwei Faktoren, die die Reifung von Bananen beeinflussen: Temperatur und Ethylenkonzentration. In diesem Artikel erläutern wir zwei Methoden zur Reifung von Bananen:

  • Industrielle Reifung: Um Bananen künstlich reifen zu lassen, verwendet die Industrie künstliche Reifekammern, bevor die Bananen in die Supermärkte gelangen. 
  • Reifung von Zuhause aus: wird in der Regel von den Bananenbauern selbst für den Eigenverbrauch verwendet.


Auf dem konventionellen Markt wird die Reifung forciert, indem die Bananen in Reifekammern mit hoher Ethylenkonzentration, Temperaturen um 16ºC und hoher Luftfeuchtigkeit gebracht werden, um Feuchtigkeitsverluste in der Schale zu vermeiden. Auf diese Weise erhalten sie eine Frucht mit einem hellen, farbenfrohen und für den Verbraucher optisch attraktiven Aussehen. Wir alle wissen, dass das schöne Obst leider das meistverkaufte Obst in den Supermärkten ist, und wenn die Banane in den Regalen grün oder glanzlos erscheint, wird sie oft nicht gekauft.

Die Landwirte von CrowdFarming haben sich für den Direktverkauf von Bananen entschieden, die von den Bananenplantagen bis nach Hause gelangen, ohne dabei künstliche Reifekammern zu durchlaufen. Das bedeutet, dass diejenigen, die bei uns bestellen, eine grüne Banane mit ausreichender physiologischer Reife erhalten.

Wie kann man Bananen zuhause reifen lassen?

Um Bananen und andere klimakterische Früchte reifen zu lassen, braucht man nur zwei Dinge: Ethylen und die richtige Temperatur:

  1. Die Temperatur 

Wenn wir Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren, dann deshalb, weil sie sich bei niedrigen Temperaturen besser halten, oder anders ausgedrückt, weil sie bei hohen Temperaturen schneller reifen. Da diese Früchte noch reifen müssen, ist eine Temperatur von mehr als 16ºC ideal, um den Reifeprozess zu beschleunigen.

  1. Die Ethylenkonzentration

Früchte im Klimakterium geben von Natur aus Ethylen ab, ein gasförmiges Hormon, das für die natürliche Reifung von Bananen verantwortlich ist. Hier sind einige Schlüsselpunkte, die erklären, was Ethylen bei der natürlichen Reifung von klimakterischen Früchten, also auch Bananen, bewirkt: 

  • Je höher die Temperatur, desto höher die Ethylenemission (deshalb ist eine Temperatur von mehr als +16ºC erforderlich).
  • Ethylen bewirkt, dass mehr Ethylen freigesetzt wird, d. h. wenn man eine reife Frucht mit einer weniger reifen Frucht verbindet, beginnt letztere, mehr Ethylen freizusetzen, was den Reifungsprozess beschleunigt.
  • Er zersetzt die Chlorophylle (die für die grüne Farbe der Frucht verantwortlich sind), wodurch die Banane von grün zu gelb wird.
  • Verändert die Textur der Frucht, macht sie weicher und angenehmer.
  • Aromabildung: Die kanarische Banane ist bekannt für ihr intensives Aroma, welches auf den hohen Gehalt an Isoamylacetat und Hexylbutanoat zurückzuführen ist.

Hinweis: Um das Ethylen zu konzentrieren und die Banane reifen zu lassen, lege sie in ein luftdichtes Gefäß mit reifen Früchten.


Das vielleicht repräsentativste Merkmal der kanarischen Banane sind die schwarzen Flecken auf der Schale. Diese Flecken treten vor allem dort auf, wo die Banane Reibung ausgesetzt war (Wind, Vulkanasche, Transport usw.), und sind ihr Erkennungsmerkmal. Ihr Auftreten ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Banane ihren optimalen Verzehrszeitpunkt erreicht hat.

Einer der Vorteile, die wir euch mit der natürlichen Reifung der Bananen bieten wollen, ist die progressive Reifung, die es euch ermöglicht, die Bananen nach und nach zu verzehren. Wir empfehlen euch, nur die Bananen reifen zu lassen, die du kurzfristig verbrauchen möchtest, und dabei mit dem Strauß zu beginnen, der die wenigsten grünen Bananen aufweist. Nach ein paar Tagen kannst du den Vorgang mit den restlichen Bananen wiederholen.

Bananen zuhause reifen zu lassen, ist sicherlich etwas umständlicher als sie bereits reif zu kaufen, aber auf diese Weise wird der Energieverbrauch  für die künstliche Reifung erheblich reduziert und du erhältst zugleich eine frischere Banane.



Geschrieben von Javier Tornos

Javier Tornos

Inhalte teilen:

Weiter graben ...

Landleben

3 min

Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

Lesen

Landleben

2 min

Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

Lesen

Landleben

2 min

Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

Lesen