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Landleben

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Veröffentlicht März 2026

Die Stimme deines Landwirts: Canard des rizières

Liebe CrowdFarmer,

Wir möchten uns noch einmal bei Euch bedanken, denn es ist das dritte Jahr, in dem wir Teil dieses schönen Abenteuers, namens CrowdFarming, sind!

Das Jahr 2020 war für alle kompliziert und hat uns nicht verschont, aber wir haben viel gelernt, vor allem, uns anzupassen…

Es fing damit an, dass wir wegen der sanitären Krise fast keine Enten hatten (durch weniger Nachfrage nach Küken gab es weniger Geburten…), die, wie ihr wisst, essentiell für unsere Art der Kultur sind. Ohne die Enten wäre unser Reis nicht derselbe und wir haben nicht vor, ihn anders zu produzieren! Den Enten ist es zu verdanken, dass der Reis, Canard des Rizières‘ entstanden ist und dass er diesen charakteristischen Geschmack hat, der ihn einzigartig macht und von dem wir die einzigen sind, die ihn in Europa herstellen.

Letztendlich haben wir einen Entenzüchter gefunden, der die Entenküken einen Monat lang verwöhnte, bevor wir sie abholten und in die Reisfelder setzten.

Enten in den Reisfeldern der Camargue

Wir hatten Zeit uns auf diese lang ersehnte Ankunft vorzubereiten und haben den Boden bearbeitet und vorbereitet. Außerdem reinigten und reparierten wir unser gesamtes Bewässerungssystem: Wir säuberten alle Gräben und tauschten einige der Bewässerungstore aus, um Wasser zu all unseren Parzellen bringen zu können.

Reisfelder in der Camargue

Wir säen den Reis normalerweise auf trockenem Boden, solange die Reisfelder nicht überschwemmt sind. Leider gab es am nächsten Tag unerwartete, starke Regenfälle, die eine harte Erdkruste haben entstehen lassen und somit die Keimung der Saat verhinderten… wir mussten schnellstmöglich in Geräte wie einen Dekompaktor investieren, um den Boden rasch zu belüften und die Keimung zu ermöglichen…

Unsere 1200 Enten kamen Anfang Juli zu den Reisfeldern, die zu dem Zeitpunkt schon unter Wasser standen. Wir werden euch noch das Video von ihrer Ankunft schicken, es ist jedes Jahr ein wichtiger und magischer Moment für uns, wir wollen euch gerne daran teilhaben lassen! 

Die Enten haben in unserer Region viele Fressfeinde und leider wurden sie trotz unserer täglichen Anwesenheit und der Funkübertragung in der Nacht nicht verschont.

Wir haben leider 1/4 von ihnen verloren.

Wir haben so schnell reagiert wie möglich, indem wir mitten in den Reisfeldern eine Zufluchtsinsel geschaffen haben. Sie ist mit vielen Obstbäume bepflanzt, die den Enten Unterschlupf bieten, ihnen zusätzliche Nahrung verschafft aber vor allem einen sicheren und geschützten Sammelplatz für die Nacht darstellt.

Enten am Wasser
Vier Enten auf einem Holzsteg über dem Wasser

Die Ernte fand im November statt, die Wetterbedingungen und verschiedene Faktoren sorgten dafür, dass sie weniger gut ausfiel als in anderen Jahren, aber die Körner sind prächtig und der Reis weiterhin so lecker und duftend!

Ein Mähdrescher, der in einem Reisfeld Reis erntet
Ein Mähdrescher in Aktion im Reisfeld

Der Rundkornreis, den wir neu gesät haben, hat alle unsere Erwartungen erfüllt, in den kommenden Jahren werden wir euch die 3 Reissorten anbieten!

Wir haben einen ganzen Tag verbracht um die Erntepakete fertig zu machen. Einige Freunde, die uns seit Beginn dieses Abenteuers unterstützen, haben uns beim Packen geholfen. Wir können euch sagen, dass jedes Paket mit Sorgfalt und Liebe in einer geselligen Atmosphäre vorbereitet wurde.

Bernard Poujol und sein Hund in den Reisfeldern der Camargue

Die vielen Widmungen, Texte und Boxen, die ihr euren Angehörigen und Freunden geschickt habt, haben uns sehr berührt. Es gibt dem Ganzen eine persönliche Note. 

Wir arbeiten normalerweise mit Geschäftskunden, der lokalen Schulkantine und  Restaurantbesitzern, die in diesem Jahr unter der Krise gelitten haben und immer noch leiden. Dadurch haben wir einen Überschuss an Ernte und bieten euch deshalb an, den Reis schon ab April zu schicken. 

Wir danken euch, dass ihr unsere Werte teilt, danke, dass ihr unseren Reis liebt und danke, dass ihr die kleinen Landwirte unterstützt.

Bernard Poujol

Du kannst deine Adoption über dein Benutzerkonto verlängern, um das Produkt erneut in der kommenden Saison zu erhalten. 

Geschrieben von Farmers of CrowdFarming

Farmers of CrowdFarming

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Landleben

3 min

Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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2 min

Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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2 min

Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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