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Regenerativ-biologische Landwirtschaft

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Veröffentlicht März 2026

Entdecke die regenerative Landwirtschaft… (II)

Beim Thema regenerative Landwirtschaft sollte man nicht nur bei der Theorie bleiben… also haben wir eine Exkursion organisiert!

4 Tage lang begaben wir uns auf die Entdeckung verschiedener Projekte, die sich derzeit in Spanien entwickeln. Wir brachten eine Gruppe von Enthusiasten der nachhaltigen Landwirtschaft für eine Exkursion durch die Regionen Murcia und Granada zusammen, und in diesem Artikel möchte ich euch einige dieser Projekte vorstellen.

Mehrere Personen gehen durch das regenerative Feld

Erste und zweite Station – Bullas, Murcia – Ein „regenerativer Imker“ und ein lokaler Bioladen

Mehrere Personen sprechen auf dem regenerativen Feld

Wir begannen unsere Reise in der Stadt Bullas (Murcia), wo wir von Miguel Campoy empfangen wurden. Er ist ein junger Imker und Liebhaber des Lebens, der uns in der „Ecotienda la Artesa“ seine Arbeit vorgestellt hat. Es handelt sich um ein ökologisches und soziales Zentrum, in dem du lokale Produkte und heimische Sorten finden kannst. Nach und nach füllen sich die Regale des lokalen Bauernladens mit spannenden Produkten von verschiedenen Landwirten. Die Landwirte haben nun einen Ort gefunden, wo sie heute ihre „fast vergessenen“ lokalen Produkte verkaufen können.

Ein Permakultur-Garten
Permaculture garden in Bullas

Danach hat er uns seinen kleinen, geheimen Rückzugsort neben der Rambla del Aceniche gezeigt. In seiner Kleinod der Biodiversität blühen Mandelbäume, Obstbäume, Artischocken und die gesamte heimische Flora des Gegend. Der Boden wurde seit vielen Jahren nicht mehr bearbeitet, was wir feststellen konnten, als wir begannen, ein Bodenprofil zu graben. Nach der Honigverkostung mit Miguel machten wir uns auf den Weg zur nächsten Station. Als wir aufbrachen, verabschiedete uns ein wunderschöner Sonnenuntergang bevölkert von Bienen, die in ihre Bienenstöcke zurückkehrten.

Eine Landschaft mit Bäumen mit grünen und weißen Blättern
Regenerative agriculture alive – Miguel’s mixed orchard with integrated beekeeping – in Bullas
Ein Regeneratives Feld mit Wildkräutern und einer Schaufel
Regenerative agriculture alive – Digging soil profiles and checking on soil organic matter – in Bullas
Ein Mann untersucht einen Bienenstock
Regenerative apiculture: beekeeping

Dritte Station – Regenerations-Akademie – ein Ort des Lernens und des Austauschs

Mehrere Personen inspizieren das regenerative Feld

In weniger als einer Stunde erreichten wir die Finca La Junquera, wo die „Regeneration Academy“ ihren Sitz hat. Diese Akademie wurde vor einigen Jahren mit einer klaren Idee gegründet: Bildung ist laut ihrer Überzeugung das stärkste Instrument zur Förderung des Wandels und der regenerativen Landwirtschaft.

Ein See in einem regenerativen Feld

Hier hatten wir die Gelegenheit, die Geheimnisse der Finca La Junquera von Jacobo Monereo, einem der Lehrer der Akademie, zu entdecken. Die Finca ist der perfekte Übungsplatz, um die mit den Studenten entwickelten Projekte zu starten. Studenten aus verschiedenen Ländern kommen hierher, um mehrmonatige Kurse zu belegen und während ihres Studiums praktische Arbeiten zu verrichten. Darüber hinaus werden das ganze Jahr hindurch Kurse über unternehmerisches Handeln in der Landwirtschaft angeboten, die sich mit Themen wie Marketing oder der Verkaufskanälen befassen.

Grüne Pflanzen, die in erodierten Böden wachsen

AlVeLal und die 4 Returns

Auf der Finca La Junquera lernten wir auch die Arbeit des Vereins AlVeLal kennen. Dieser Verband setzt sich aus zahlreichen Landwirten aus Murcia, Almeria und Granada zusammen, die nach 4 Prinzipien, den “4 Returns” (=Renditen), arbeiten:

Rendite in Form von Inspiration für die Arbeit der Landwirte
Rendite in Form des in der Landwirtschaft eingesetzten Sozialkapitals
Rendite in Form von Finanzkapital
Rendite in Form von Naturkapital

Die Grundsätze der AlVelAl-Vereinigung

Quelle: Commonland, the 4 returns

Der Farmer Miguel Martínez Pozo, ein Mitglied unserer CrowdFarming-Familie, gehört dieser Vereinigung an. Auf seiner Finca, dem „Entredicho„, unterscheidet sich seine Walnussbaum-Finca schon lange von den anderen, denn zwischen den Walnussbäumen sieht man Schafe, die das ganze Jahr über weiden, Unkraut entfernen und das Land düngen. Dadurch wird die Bodenbearbeitung vermieden und die Bodenerosion verringert, während gleichzeitig CO2 aus der Atmosphäre gespeichert wird.

Drei Personen beobachten die Pflanzung der Walnussbäume auf dem regenerativen Feld

References 

AlveLal [Online] at: <https://alvelal.wixsite.com/website-6> [Accessed in June 2020]
Commonland, [Online] at: <https://www.commonland.com/4-returns/> [Accessed in June 2020]
Regeneration Academy, [Online] at: <https://www.regeneration-academy.org/?locale=en>[Accessed in June 2020]
Regeorganic, [Online] at: <https://regenorganic.org/> [Accessed in June 2020]


Achtung: Dieser Artikel hat einen ersten Teil, in dem wir alles erklären, was man über die regenerative Landwirtschaft wissen muss.

Geschrieben von Juan Plasencia

Juan Plasencia

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Regenerativ-biologische Landwirtschaft

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Der Irrtum, dem viele Landwirte gefolgt sind

wir Landwirte wurden getäuscht. Oder vielleicht haben wir uns selbst getäuscht.Wir glaubten, ein landwirtschaftlicher Betrieb könne wie eine Fabrik funktionieren. Dass Bäume Maschinen seien, betrieben durch Energie und Betriebsmittel, die man uns verkauft. Und dass wir zu festen Kosten eine exakte Anzahl identischer Produkte erzeugen könnten.Durch den Einsatz chemischer Mittel konnten wir die Erträge pro Hektar vervielfachen und die kurzfristigen Produktionskosten senken. Wir haben uns einem System untergeordnet, das Überproduktion fördert, um Lebensmittelpreise niedrig zu halten – ungeachtet der Verschwendung. Wir haben akzeptiert, dass Obst und Gemüse, das nicht bestimmten optischen Vorgaben entspricht, keinen kommerziellen Wert hat. Wir haben unsere Böden in tote Flächen verwandelt, deren einzige Aufgabe es ist, Bäume aufrechtzuhalten.In 15 Jahren Gesprächen mit Landwirten bin ich keinem begegnet, der mehr für eine Orange, eine Mango oder eine Tomate bekommen hätte, weil sie einen höheren Nährstoffgehalt hatte oder besser für die Gesundheit war. Diejenigen, die bessere Preise erhielten, waren die, deren Früchte alle gleich groß und makellos glatt waren.Wir wurden getäuscht – oder wir haben uns geirrt.Wir glaubten, das Streben nach immer höheren Erträgen mit chemischen Mitteln bliebe ohne Folgen. Doch das stimmt nicht. Die Folgen zeigen sich im Zustand unserer Böden – und in der Qualität unserer Lebensmittel.Was also tun? Wie lässt sich Leben in ausgelaugte Böden zurückbringen? Wie können wir wieder Lebensmittel mit mehr Nährwert erzeugen? Darauf gibt dieses Video eine Antwort.Spoiler: Eine perfekte Formel gibt es nicht. Dieser Wandel ist nicht über Nacht sichtbar. Regenerativ-biologische Landwirtschaft ist ein grundlegender Perspektivwechsel – einer, der Veränderungen bei den Landwirten verlangt und Bewusstsein bei den Verbrauchern.

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Warum ist der Anbau von Bio-Steinobst so riskant?

Sommer-Steinobst, wie Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen und Kirschen, gehört zu den am schwierigsten anzubauenden Obstarten, insbesondere im Rahmen eines biologischen und regenerativen Landwirtschaftsmodells. Der kurze Wachstumszyklus, die hohe Wetter-Empfindlichkeit und eine begrenzte Haltbarkeit nach der Ernte erhöhen das Risiko, dass die Qualität der Früchte leidet.Warum ist die Anbausaison für Steinobst so kurz?Die meisten Sommer-Steinobstarten durchlaufen ihren gesamten Entwicklungszyklus, von der Blüte bis zur Ernte, in weniger als zehn Wochen. Die zunehmende klimatische Unbeständigkeit in Europa erschwert Planungssicherheit. Ein konkretes Beispiel findet sich in der Region Katalonien, wo der Bio-Farmer Jordi Garreta erklärte, wie langanhaltende Regenfälle im Frühjahr den Fruchtansatz und die endgültige Reifung beeinträchtigten und so die verfügbaren Erntemengen beeinflussten. Zudem beschädigten mehrere Hagelstürme einen Teil der Früchte und ließen sie aufplatzen. Später Frühjahrsfrost, der aufgrund des Klimawandels immer unregelmäßiger auftritt, können in den betroffenen Regionen Ernteausfälle von 80 bis 100 % verursachen.Jede Sorte weist spezifische Schwachstellen auf:Kirschen neigen dazu, bei plötzlichen Regenfällen aufzuplatzen.Aprikosen sind besonders empfindlich gegenüber Hitzestress.Pfirsiche sind bei hoher Luftfeuchtigkeit sehr anfällig für Pilzkrankheiten.Der regenerativ-biologische Ansatz bei Schädlingen und KrankheitenFarmer Jordi Garreta, Grup Garreta Farm, SpanienIn der konventionellen Landwirtschaft beruht die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten oft auf dem Einsatz synthetischer Mittel. Der regenerativ-biologische Ansatz zielt jedoch darauf ab, ein widerstandsfähiges Ökosystem zu schaffen, das die Wurzel des Problems – ein Ungleichgewicht, das das übermäßige Wachstum eines bestimmten Organismus ermöglicht – anstatt der Folgen bekämpft. Wie Jordi Garreta erklärt:„Die Hauptschädlinge und -krankheiten sind Blattläuse, Ohrwürmer (Forficula auricularia) und Pilze wie Monilia und Rhizopus. Die beste Methode, sie zu bekämpfen, ist ein Anbau mit ausgewogener Nährstoffversorgung, was bedeutet, dass jeder Baum seine eigenen Werkzeuge zur Abwehr von Schädlingen einsetzt. Wenn das nicht ausreicht, verwenden wir Kaolin, Brennnesseljauche oder Kieselgur. Wir legen Blühstreifen an und lassen spontane Wildkräuter wachsen, um die Artenvielfalt zu fördern, was unter anderem ein widerstandsfähigeres Ökosystem gegen Schädlinge schafft.“ Jordi GarretaFarmer bei Grup GarretaDie wissenschaftliche Forschung stützt diese Praktiken. Eine Studie aus dem Jahr 2022 ergab beispielsweise, dass in den Baumreihen, die den mehrjährigen Blühstreifen am nächsten lagen, durchschnittlich 60 % mehr Nützlinge pro Ast gezählt wurden als in den Kontroll-Obstgärten ohne Blühstreifen. Diese Methoden bekämpfen nicht nur kurzfristig Schädlinge, sondern stellen auch die langfristige Gesundheit des Bodens und des Ökosystems in den Vordergrund, was sich letztendlich durch eine erhöhte Widerstandsfähigkeit des Ökosystems auszahlt.Was sind klimakterische Früchte und wie beeinflusst das ihren Geschmack?Die meisten Steinobstarten (mit Ausnahme von Kirschen) sind klimakterisch, was bedeutet, dass sie nach der Ernte dank der internen Produktion von Ethylen weiter reifen. Dies ermöglicht es den Landwirten, noch feste Früchte zu versenden, erfordert aber ein präzises Timing. Eine zu frühe Ernte führt zu geschmacklosen Früchten; eine zu späte Ernte erschwert den Transport, insbesondere im Bio-Anbau, wo auf synthetischen Pflanzenschutz verzichtet wird. Laut der FAO verzeichnen Obst und Gemüse die höchsten Verlustraten und überschreiten weltweit 20 %, bevor sie überhaupt die Läden erreichen. Innerhalb dieser Kategorie sind empfindliche und verderbliche Früchte wie Steinobst besonders anfällig für mechanische Schäden und Überreife, insbesondere angesichts der hohen Temperaturen in der Saison, in der sie geerntet und versandt werden.Hier unterscheiden sich die Produktionsmodelle erheblich:Das konventionelle Modell: Die Lebensmittelindustrie hat sich diesen biologischen Grenzen durch eine frühe Ernte, Kühllagerung und die Bevorzugung von Sorten angepasst, die aufgrund ihrer Haltbarkeit anstelle ihrer organoleptischen Eigenschaften (Geruch und Geschmack) ausgewählt werden. Supermärkte üben oft Druck auf die Produzierenden aus, einheitliche und langlebige Produkte zu niedrigen Preisen zu liefern. Dieses Modell ist von einer intensiven Kühlkette und Produktionsüberschüssen abhängig, was typischerweise zu einer hohen Lebensmittelverschwendung führt und auf Kosten des Geschmacks und der Nährstoffdichte geht.Das Direktverkaufsmodell: Ein Direktverkaufssystem ermöglicht es den Landwirten, diese Probleme zu lösen. Durch die bedarfsgerechte Ernte werden die Früchte zum Zeitpunkt ihrer physiologischen Reife gepflückt, eine lange Kühllagerung wird vermieden und Überproduktion wird reduziert. Dies minimiert nicht nur die Lebensmittelverschwendung, sondern bewahrt auch die Unversehrtheit des Produkts und ermöglicht fairere Preisstrukturen, die das hohe Risiko und den hohen Arbeitsaufwand des Anbaus dieser Früchte ohne synthetische Mittel widerspiegeln.Eine praktische Anleitung zur Aufbewahrung zu HauseSobald das Obst bei dir zu Hause ankommt, ist die richtige Handhabung entscheidend, um seine maximale Qualität zu genießen.Reifung bei Raumtemperatur: Wenn deine Pfirsiche, Nektarinen oder Aprikosen noch fest sind, lass sie bei Raumtemperatur und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt liegen. Um zu wissen, ob ein Pfirsich reif ist, ist nicht immer die Farbe, sondern das Gefühl und der Geruch entscheidend. Du erkennst, dass sie reif sind, wenn sie bei leichtem Druck etwas nachgeben und einen duftenden Geruch verströmen.Kühlung nach der Reifung: Sobald sie reif sind, kannst du sie in den Kühlschrank legen, um ihre Haltbarkeit um einige Tage zu verlängern. Niedrige Temperaturen (insbesondere unter 8 °C) können die Geschmacks- und Strukturentwicklung bei noch nicht gereiften Früchten beeinträchtigen.Der Fall der Kirschen: Da sie nicht-klimakterisch sind, reifen Kirschen nach der Ernte nicht nach. Sie sollten sofort gekühlt werden, um ihre Frische zu erhalten.Waschen direkt vor dem Verzehr: Vermeide es, die Früchte vor der Lagerung zu waschen, da die Feuchtigkeit ihren Verderb beschleunigen kann. Wasche sie lieber direkt, bevor du sie essen möchtest.Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du dein Sommerobst am besten behandelst, findest du hier einen ausführlichen Artikel dazu.Ein widerstandsfähiges Modell für einen anfälligen SektorFarmerin Anita Minisci, Azienda Agricola San Mauro, ItalienDie Kombination aus kurzen Saisons, hoher Klimaempfindlichkeit und dem zuvor beschriebenen Marktdruck macht den biologischen Steinobstanbau besonders anfällig. Da die klimatische Unbeständigkeit weiter zunimmt, ist ein Wandel hin zu widerstandsfähigeren Produktions- und Liefermodellen nicht nur eine Vorliebe, sondern eine Notwendigkeit. Eine direkte und transparente Lieferkette, die eine direkte Verbindung zwischen Landwirt und Verbraucher schafft, stellt diesen wesentlichen Wandel dar. Dieses Modell befähigt die Produzierenden, die Bodengesundheit in den Vordergrund zu stellen und auf Bestellung zu ernten, und sichert so eine fairere und nachhaltigere Zukunft für einen herausfordernden, aber lebenswichtigen Agrarsektor.

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