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Regenerativ-biologische Landwirtschaft

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Veröffentlicht März 2026

Regenerierung der Landschaft durch Bäume: Das CrowdForest-Projekt

Vor ein paar Jahren beschloss der Agrarwissenschaftler Pedro Liñan, auf seinem Familienbetrieb Doña Marina in Granada, Spanien, etwas zu verändern. Inspiriert von der Arbeit seiner Partnerin, der CrowdFarming-Analystin Antonia, und angetrieben von seinen eigenen Idealen und seiner Leidenschaft für nachhaltige Landwirtschaft, beschloss er, ein eigenes CrowdFarming-Mandelprojekt zu starten. So ließ er sich auf das Abenteuer ein, einige der Felder seiner Familie auf biologischen Anbau umzustellen – natürlich zusammen mit Antonia. In jüngerer Zeit wurde den beiden klar, dass sie noch mehr tun wollten, dass sie die Artenvielfalt aktiv fördern und ihr Land regenerieren wollten. Da sie wissen, wie wichtig die Unterstützung einer Gemeinschaft ist, beschlossen sie, ihre CrowdFarmer aktiv in diesen Prozess einzubeziehen. So wurde ein neues Projekt geboren: CrowdForest.


Wir möchten mit dir einen Bericht aus erster Hand von Pedro teilen, in dem die Hintergründe dieses besondern Projekts beschreibt:

„Seit Jahren habe ich als Agraringenieur, Landwirt und Mensch einen Wurm im Magen. Etwas, das an mir nagt. Ich habe das Gefühl, dass es zu wenig Bäume auf dem Land gibt. Jeder kennt die Lage: Entweder sieht man Bäume in Form von Wäldern oder landwirtschaftlich genutzte Flächen, aber nicht beides zusammen. Mit anderen Worten: Die meisten unserer ländlichen Landschaften sind sehr spezialisiert, nicht mehr gemischt oder kombiniert. Und das beunruhigt mich.

Dafür gibt es einen ganz klaren Grund: Der Baum ist ein Landschaftselement, das seit vielen Jahren der Landwirtschaft zum Verhängnis geworden ist. Deshalb ist er nach und nach verschwunden, damit die Landwirtschaft ungestört betrieben werden kann.

In unserer Region ist unser Bauernhof, Doña Marina, ein ganz besonderer Ort. Rund um die Häuser gibt es viele Bäume verschiedener Arten, Farben und Formen. Tausende von Vögeln sind zu hören, der Wind wird gebremst und die Sommerhitze lässt sich am besten im Schatten ertragen. Ein guter Test besteht darin, sich in die Mitte eines beliebigen Grundstücks zu setzen, die Augen zu schließen und zu lauschen. Und dann wiederhole die gleiche Übung inmitten des Hofes. Der Unterschied ist spektakulär, es ist lebendig!

Aber das war nicht immer so. Nach vielen Jahren sehr intensiver Bewirtschaftung und extremer Landnutzung hatten der Hof und seine Felder viel von ihrem Baumbestand verloren. Das machte sich besonders in der Nähe der Häuser bemerkbar – es war wie im Wilden Westen! Mit viel Mühe und Liebe begann mein Vater, 40 Jahre lang jedes Jahr ein paar Bäume zu pflanzen. Das Ergebnis all dieser Zeit ist das Refugium, die Oase, die wir heute genießen. 

Meine Idee ist es, das Ganze auf die nächste Stufe zu heben: Was wäre, wenn wir dieses Paradies der Artenvielfalt auf unsere Felder ausdehnen könnten, könnten wir noch mehr positive Auswirkungen erzielen als in unserem kleinen Refugium?“


Also rief Pedro uns an, um zu fragen, ob sich die CrowdFarming-Gemeinschaft an seinem Traum beteiligen wollen würde – das CrowdForest-Projekt war geboren.

Pedro erklärt:

„Bäume pflanzen kann man nicht einfach so, man muss sich Gedanken machen, welche Arten, wie und wo man sie pflanzt… das ist eine ganze Wissenschaft!

Ein Baum ist ein festes Element in der Landschaft, man muss sich also sehr genau überlegen, wo man ihn pflanzt, denn er wird viele Jahre lang dort stehen. Und wenn man viele Bäume pflanzen will, muss man sie noch besser planen. Man kann sie nicht einfach wahllos aufstellen. Es gibt sieben bewährte Systeme (KeyLine Systems, Dehesa/Savannah Systems, Orchards, Riparian Buffers, Windbreaks, Avenue Planting und Forest Blocks), und es ist nicht nur wichtig, das richtige System für die eigene Situation zu wählen, sondern auch die richtige Baumart.“



Was wollten wir erreichen?

Für uns ist das Pflanzen von Bäumen eine gute Möglichkeit, die folgenden Ziele zu erreichen:

  • Erhöhung der Artenvielfalt auf unserem Land
  • Regenerierung der Landschaft
  • Schaffung von Ökosystemen und Lebensräumen für Tiere, Bestäuber, Vögel…
  • Schutz unserer Kulturen vor dem Wind
  • Schutz für unsere Schafe, wenn sie bei heißem Wetter grasen

Das Ergebnis: eine abwechslungsreiche Landschaftsgestaltung

Schließlich entschieden wir uns für die Anpflanzung von Ulmen (Ulmus minor), die vor einigen Jahrzehnten aufgrund von Krankheiten aus dem Gebiet verschwunden waren, sowie für die Anpflanzung von Hackbeeren (Celtis australis), die sehr widerstandsfähig und resistent gegen die Trockenheit des Gebiets sind, und Steineichen (Quercus ilex), die immergrün sind und Früchte tragen. Außerdem pflanzten wir Kiefern (Pinus spp), die in diesem Gebiet heimisch sind, und wilde Olivenbäume (Olea Europaea var. sylvestris) sowie einige Zypressen und aromatische Pflanzen (Lavendel und Rosmarin).

Wir haben uns für das folgende Sysrem entschieden:

  • Windbreaks: In unserem Fall schützen die Bäume uns nicht nur vor dem Wind, sondern auch vor der Sonne.
  • Avenue Planting: Uns ist aufgefallen, dass nur wenige der Straßen um unseren Hof mit Bäumen bepflanzt sind. Das ist sehr schade! Wir verstehen nicht, warum, es ist doch so schön! Also haben wir begonnen, unsere Straßen mit Bäumen zu bepflanzen. Wir hoffen, dass viele von ihnen überleben werden. Und dass sie für schöne Aussichten sorgen werden! 

Diese beiden Arten der Bepflanzung sind der erste Schritt und die einfachste Form der Landerneuerung. Auf diese Weise hoffen wir, unsere Ziele zu erreichen, ohne mit bestehenden Kulturen und landwirtschaftlichen Flächen zu konkurrieren.

In Zukunft möchten wir noch viel mehr entlang von Schlüssellinien pflanzen und auch Waldblöcke anlegen.

Vielen Dank an alle Crowd-Farmer, die teilgenommen haben, und an die Freiwilligen, die uns bei der Bepflanzung geholfen haben!

Ein letzter Satz, den ich gerne mit euch teilen möchte, wurde mir vor Jahren einmal gesagt:

„Der Baum zieht die Wolken an“.

Geschrieben von Pedro de Linan

Pedro de Linan

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Der Irrtum, dem viele Landwirte gefolgt sind

wir Landwirte wurden getäuscht. Oder vielleicht haben wir uns selbst getäuscht.Wir glaubten, ein landwirtschaftlicher Betrieb könne wie eine Fabrik funktionieren. Dass Bäume Maschinen seien, betrieben durch Energie und Betriebsmittel, die man uns verkauft. Und dass wir zu festen Kosten eine exakte Anzahl identischer Produkte erzeugen könnten.Durch den Einsatz chemischer Mittel konnten wir die Erträge pro Hektar vervielfachen und die kurzfristigen Produktionskosten senken. Wir haben uns einem System untergeordnet, das Überproduktion fördert, um Lebensmittelpreise niedrig zu halten – ungeachtet der Verschwendung. Wir haben akzeptiert, dass Obst und Gemüse, das nicht bestimmten optischen Vorgaben entspricht, keinen kommerziellen Wert hat. Wir haben unsere Böden in tote Flächen verwandelt, deren einzige Aufgabe es ist, Bäume aufrechtzuhalten.In 15 Jahren Gesprächen mit Landwirten bin ich keinem begegnet, der mehr für eine Orange, eine Mango oder eine Tomate bekommen hätte, weil sie einen höheren Nährstoffgehalt hatte oder besser für die Gesundheit war. Diejenigen, die bessere Preise erhielten, waren die, deren Früchte alle gleich groß und makellos glatt waren.Wir wurden getäuscht – oder wir haben uns geirrt.Wir glaubten, das Streben nach immer höheren Erträgen mit chemischen Mitteln bliebe ohne Folgen. Doch das stimmt nicht. Die Folgen zeigen sich im Zustand unserer Böden – und in der Qualität unserer Lebensmittel.Was also tun? Wie lässt sich Leben in ausgelaugte Böden zurückbringen? Wie können wir wieder Lebensmittel mit mehr Nährwert erzeugen? Darauf gibt dieses Video eine Antwort.Spoiler: Eine perfekte Formel gibt es nicht. Dieser Wandel ist nicht über Nacht sichtbar. Regenerativ-biologische Landwirtschaft ist ein grundlegender Perspektivwechsel – einer, der Veränderungen bei den Landwirten verlangt und Bewusstsein bei den Verbrauchern.

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Warum ist der Anbau von Bio-Steinobst so riskant?

Sommer-Steinobst, wie Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen und Kirschen, gehört zu den am schwierigsten anzubauenden Obstarten, insbesondere im Rahmen eines biologischen und regenerativen Landwirtschaftsmodells. Der kurze Wachstumszyklus, die hohe Wetter-Empfindlichkeit und eine begrenzte Haltbarkeit nach der Ernte erhöhen das Risiko, dass die Qualität der Früchte leidet.Warum ist die Anbausaison für Steinobst so kurz?Die meisten Sommer-Steinobstarten durchlaufen ihren gesamten Entwicklungszyklus, von der Blüte bis zur Ernte, in weniger als zehn Wochen. Die zunehmende klimatische Unbeständigkeit in Europa erschwert Planungssicherheit. Ein konkretes Beispiel findet sich in der Region Katalonien, wo der Bio-Farmer Jordi Garreta erklärte, wie langanhaltende Regenfälle im Frühjahr den Fruchtansatz und die endgültige Reifung beeinträchtigten und so die verfügbaren Erntemengen beeinflussten. Zudem beschädigten mehrere Hagelstürme einen Teil der Früchte und ließen sie aufplatzen. Später Frühjahrsfrost, der aufgrund des Klimawandels immer unregelmäßiger auftritt, können in den betroffenen Regionen Ernteausfälle von 80 bis 100 % verursachen.Jede Sorte weist spezifische Schwachstellen auf:Kirschen neigen dazu, bei plötzlichen Regenfällen aufzuplatzen.Aprikosen sind besonders empfindlich gegenüber Hitzestress.Pfirsiche sind bei hoher Luftfeuchtigkeit sehr anfällig für Pilzkrankheiten.Der regenerativ-biologische Ansatz bei Schädlingen und KrankheitenFarmer Jordi Garreta, Grup Garreta Farm, SpanienIn der konventionellen Landwirtschaft beruht die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten oft auf dem Einsatz synthetischer Mittel. Der regenerativ-biologische Ansatz zielt jedoch darauf ab, ein widerstandsfähiges Ökosystem zu schaffen, das die Wurzel des Problems – ein Ungleichgewicht, das das übermäßige Wachstum eines bestimmten Organismus ermöglicht – anstatt der Folgen bekämpft. Wie Jordi Garreta erklärt:„Die Hauptschädlinge und -krankheiten sind Blattläuse, Ohrwürmer (Forficula auricularia) und Pilze wie Monilia und Rhizopus. Die beste Methode, sie zu bekämpfen, ist ein Anbau mit ausgewogener Nährstoffversorgung, was bedeutet, dass jeder Baum seine eigenen Werkzeuge zur Abwehr von Schädlingen einsetzt. Wenn das nicht ausreicht, verwenden wir Kaolin, Brennnesseljauche oder Kieselgur. Wir legen Blühstreifen an und lassen spontane Wildkräuter wachsen, um die Artenvielfalt zu fördern, was unter anderem ein widerstandsfähigeres Ökosystem gegen Schädlinge schafft.“ Jordi GarretaFarmer bei Grup GarretaDie wissenschaftliche Forschung stützt diese Praktiken. Eine Studie aus dem Jahr 2022 ergab beispielsweise, dass in den Baumreihen, die den mehrjährigen Blühstreifen am nächsten lagen, durchschnittlich 60 % mehr Nützlinge pro Ast gezählt wurden als in den Kontroll-Obstgärten ohne Blühstreifen. Diese Methoden bekämpfen nicht nur kurzfristig Schädlinge, sondern stellen auch die langfristige Gesundheit des Bodens und des Ökosystems in den Vordergrund, was sich letztendlich durch eine erhöhte Widerstandsfähigkeit des Ökosystems auszahlt.Was sind klimakterische Früchte und wie beeinflusst das ihren Geschmack?Die meisten Steinobstarten (mit Ausnahme von Kirschen) sind klimakterisch, was bedeutet, dass sie nach der Ernte dank der internen Produktion von Ethylen weiter reifen. Dies ermöglicht es den Landwirten, noch feste Früchte zu versenden, erfordert aber ein präzises Timing. Eine zu frühe Ernte führt zu geschmacklosen Früchten; eine zu späte Ernte erschwert den Transport, insbesondere im Bio-Anbau, wo auf synthetischen Pflanzenschutz verzichtet wird. Laut der FAO verzeichnen Obst und Gemüse die höchsten Verlustraten und überschreiten weltweit 20 %, bevor sie überhaupt die Läden erreichen. Innerhalb dieser Kategorie sind empfindliche und verderbliche Früchte wie Steinobst besonders anfällig für mechanische Schäden und Überreife, insbesondere angesichts der hohen Temperaturen in der Saison, in der sie geerntet und versandt werden.Hier unterscheiden sich die Produktionsmodelle erheblich:Das konventionelle Modell: Die Lebensmittelindustrie hat sich diesen biologischen Grenzen durch eine frühe Ernte, Kühllagerung und die Bevorzugung von Sorten angepasst, die aufgrund ihrer Haltbarkeit anstelle ihrer organoleptischen Eigenschaften (Geruch und Geschmack) ausgewählt werden. Supermärkte üben oft Druck auf die Produzierenden aus, einheitliche und langlebige Produkte zu niedrigen Preisen zu liefern. Dieses Modell ist von einer intensiven Kühlkette und Produktionsüberschüssen abhängig, was typischerweise zu einer hohen Lebensmittelverschwendung führt und auf Kosten des Geschmacks und der Nährstoffdichte geht.Das Direktverkaufsmodell: Ein Direktverkaufssystem ermöglicht es den Landwirten, diese Probleme zu lösen. Durch die bedarfsgerechte Ernte werden die Früchte zum Zeitpunkt ihrer physiologischen Reife gepflückt, eine lange Kühllagerung wird vermieden und Überproduktion wird reduziert. Dies minimiert nicht nur die Lebensmittelverschwendung, sondern bewahrt auch die Unversehrtheit des Produkts und ermöglicht fairere Preisstrukturen, die das hohe Risiko und den hohen Arbeitsaufwand des Anbaus dieser Früchte ohne synthetische Mittel widerspiegeln.Eine praktische Anleitung zur Aufbewahrung zu HauseSobald das Obst bei dir zu Hause ankommt, ist die richtige Handhabung entscheidend, um seine maximale Qualität zu genießen.Reifung bei Raumtemperatur: Wenn deine Pfirsiche, Nektarinen oder Aprikosen noch fest sind, lass sie bei Raumtemperatur und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt liegen. Um zu wissen, ob ein Pfirsich reif ist, ist nicht immer die Farbe, sondern das Gefühl und der Geruch entscheidend. Du erkennst, dass sie reif sind, wenn sie bei leichtem Druck etwas nachgeben und einen duftenden Geruch verströmen.Kühlung nach der Reifung: Sobald sie reif sind, kannst du sie in den Kühlschrank legen, um ihre Haltbarkeit um einige Tage zu verlängern. Niedrige Temperaturen (insbesondere unter 8 °C) können die Geschmacks- und Strukturentwicklung bei noch nicht gereiften Früchten beeinträchtigen.Der Fall der Kirschen: Da sie nicht-klimakterisch sind, reifen Kirschen nach der Ernte nicht nach. Sie sollten sofort gekühlt werden, um ihre Frische zu erhalten.Waschen direkt vor dem Verzehr: Vermeide es, die Früchte vor der Lagerung zu waschen, da die Feuchtigkeit ihren Verderb beschleunigen kann. Wasche sie lieber direkt, bevor du sie essen möchtest.Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du dein Sommerobst am besten behandelst, findest du hier einen ausführlichen Artikel dazu.Ein widerstandsfähiges Modell für einen anfälligen SektorFarmerin Anita Minisci, Azienda Agricola San Mauro, ItalienDie Kombination aus kurzen Saisons, hoher Klimaempfindlichkeit und dem zuvor beschriebenen Marktdruck macht den biologischen Steinobstanbau besonders anfällig. Da die klimatische Unbeständigkeit weiter zunimmt, ist ein Wandel hin zu widerstandsfähigeren Produktions- und Liefermodellen nicht nur eine Vorliebe, sondern eine Notwendigkeit. Eine direkte und transparente Lieferkette, die eine direkte Verbindung zwischen Landwirt und Verbraucher schafft, stellt diesen wesentlichen Wandel dar. Dieses Modell befähigt die Produzierenden, die Bodengesundheit in den Vordergrund zu stellen und auf Bestellung zu ernten, und sichert so eine fairere und nachhaltigere Zukunft für einen herausfordernden, aber lebenswichtigen Agrarsektor.

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